Sonntag, 22. Oktober 2017

Der Mini Schwimmteich

Hier an der Algarve hat fast jeder ein Pool, in mehr oder minder Luxuriöser Ausführung, im Garten.
Bei mir ist das immer auf Unverständnis gestoßen, - wozu brauche ich ein Pool wenn der Atlantik so quasi vor der Haustüre liegt?
Außerdem bedeutet so ein Pool jede Menge Arbeitsaufwand,- putzen und Technik warten, Chlor oder Salz nachfüllen und nicht zu vergessen, dass man im Hochsommer täglich Unmengen Wasser nachpumpen muss, da viel verdunstet.
Nebenbei habe ich es schon als Kind gehasst ein gechlortes Schwimmbad zu benützen, das hat sich bis heute nicht geändert. Wenn schon Wasser, dann richtiges Wasser.
Trotzdem habe ich an so manchem heißen Sommertag gedacht, jetzt einfach so in einen Botich mit Wasser zu springen, das wäre schon mega! Denn bei 38 Grad ins Auto zu steigen, in der Hochsaison mit viel Zittern einen Parkplatz zu ergattern, nur um 10 Minuten im frischen Atlantik zu schwimmen, dazu hatte ich oft keine Lust.
Also reifte schön langsam der Gedanke an einen Schwimmteich. Kann das hier jemand bauen? Aus Kostengründen dürfte es nur ein ganz kleiner Teich sein und würde bei so einem Mini Teich die natürliche Wasserreinigung mit Hilfe von Pflanzen auch funktionieren?
Kurz und Gut, wenn Helga eine Idee hat, schreitet sie unverzüglich zur Tat.
Ein Teichbauer war schnell gefunden, - Miro, ein Deutscher Tiefbau Ing. mit einer Passion für Schwimmteiche. Ehrlicherweise sagte mir Miro im Vorhinein, Garantie dass der Teich funktioniert, könne er keine geben. Schwimmteiche sind kleine Öko Systheme und ob die Natur so funktioniert, wie wir uns das wünschen, das weiß man weder in Deutschland noch an der Algarve.
Unsere erste Diskusion hatten wir gleich wegen der Form. Ich wollte keine rechteckige Kiste und Miro meinte es gäbe aber hier keine runden Betonsteine zum Bauen!
Schließlich einigten wir uns auf ein Sechseck.
Im August 2016 war es dann soweit, der Bagger rollte an, die Bauzeit sollte 3 Monate dauern, im Geiste sah ich mich schon an warmen Novembertagen im neuen Teich plantschen,.....
Aber es war nur der Anfang von einem 15 Monate dauernden Abenteuer!
Miro hatte Stunden damit zugebracht auf der ehemaligen Koppel von Unico ein exaktes Sechseck zu vermessen und die Markierungen für den Bagger zu schlagen. Dann startete das Ungetüm und die große Schaufel grub sich in den trockenen Boden.


Noch heute muß ich bei dem Gedanken, wie ernst gemeint das Sechseck geplant war, Tränen lachen!
Die endgültige Form des Teiches änderte sich fast stündlich oder zumindest täglich. Das hatte einen tonnenschweren Grund, die zahlreichen Steine und Felsen mit denen mein Grundstück gesegnet ist.
Da gibt es nur zwei Möglichkeiten, - Sprengen, oder mit viel Phantasie um die größten Steine herumgraben.
Einmal sagte ein Besucher,- whow, was für ein tolles Design, wer hat das entworfen? Wie aus einem Mund sagten Miro und ich gleichzeitig,- die Natur! Dabei hatten wir beide einen Grinser im Gesicht, wohl wissend welche Kopfzerbrechen uns die Steinbrocken beschert hatten.





                                                                             
Das war jetzt schon mal ein Loch,.....









doch es braucht auch noch eine Stiege,
und dort wo die sein sollte, war schon wieder  blanker Fels.











Schließlich war es geschafft und der Teich erhilt seine endgültige Form.

Ich hatte mich für eine Sandfarbene Folie entschieden, wohl wissend, dass das strahlende Creme bald verschmutzen würde, aber dennoch besser als Dunkelgrün oder gar Schwarz, wie es meistens für Schwimteiche verwendet wird. Der Gedanke mich in so ein schwarzes Wasserloch zu stürzen, behagte mir gar nicht!
Unterlagsmatten, Folie, Pumpen, Lampen und sogar die Pflanzen wurden umgehend aus Deutschland geliefert. Es war zwar schon Mitte November, aber nun ja, braucht eben alles seine Zeit!









Die Folie wurde verlegt, zumindest Teile davon, - aber den Rest möchte ich euch ersparen,......eine Panne nach der anderen, ....die Monate zogen ins Land, starker Regen flutete alles, benötigte Maschienen waren kaputt, oder bei einem Einbruch gestohlen, die sorgsam verlegte Folie hatte ein Leck, - manchmal hatte ich eine Stinkwut auf Miro, weil er über Wochen nicht erreichbar war, dann tat er mir wiederum leid, weil er ja immer wieder versuchte das Beste zu geben.


















Jänner 2017
Februar 2017


Im Mai fluteten wir den Schwimmbereich vorzeitig in der Hoffnung, dass sich die nunmehr schon sehr verzogene Folie durch den Wasserdruck wieder glätten würden, - doch die Hoffnung war vergebens. Die vielen kleinen Falten, - ein bleibender Schönheitsfehler, der mich immer an den Stress der Bauzeit erinnern wird.



April 2017


Kurz vor meiner Abreise im Juni, wurde dann endlich bepflanzt, Elektrik und Technik verlegt. Ein neues Debakel, Pumpe falsch geliefert, zu schwach, Lampenkabel zu kurz und noch so einiges,...
Alles Fluchen half nichts, ich hatte einen fixen OP Termin für meine Hüfte in Österreich und musste mein Teichprojekt seinem Schicksal überlassen,...

Mai 2017





Juni 2017, alles geflutet!


Um so schöner war es zu sehen, dass bei meiner Rückkehr im August alles halbwegs heil war.
Nun ja, eben nur halbwegs, - das Wasser hatte 28 Grad, die Pflanzen in der Reinigungszone waren noch zu klein um ihre Aufgabe zu erfüllen und so gab es ein Mega Problem mit Grünalgen.
Doch ich dachte mir, Algen sind auch nur Pflanzen, besser als Chlor oder chemische Salze, also flott in den Teich zur täglichen Aqua Gymnatik. Dabei kann man wunderbar Algen fischen!

Auquagymnastik August 2017


Ich besorgte noch einige Schwimmpflanzen, baute mit Weinkorken kleine Zäune, damit die schwimmenden Teichreiniger dort blieben wo sie bleiben sollten und legte ein Platte mit heilender Energie ins Wasser.

Jetzt haben wir noch die Holzstege gebaut, die Wege mit neuem Kies beschüttet und meine alte Steinbank aus Escaropim in die Nähe des Teiches gestellt.
Ach ja, den Zaun hätte ich fast vergessen, Cid mein Hund liebt Baden! Der Zaun steht nun, sogar mit elektrischem Weideband versehen, - Cid geht trotzdem baden,....ich habe ihn noch nie erwischt, aber manchmal hat er verdächtig nasse Pfoten.

Das Wasser wird nun immer klarer, tadellose Sicht auf 2 Meter Grund, ich habe eine riesen Freude mit meinem kleinen Biotop!
Letztes Wochenende habe ich mit meiner Freundin Egle als Modell einige Fotos gemacht um mein  kleines Paradies bildlich zu teilen,......

Oktober 2017
Badespaß pur,... 
                                                                                                                                         
und dann relaxen und Natur genießen,..


Ja, ganz ehrlich, so ein Schwimmteich ist mindestens so arbeitsaufwendig wie ein Chemie Pool, doch diese Arbeit macht unendlich Freude. Mit Begeisterung ist jeden Morgen der erste Gang zum Wasser, was machen die Pflanzen, wie geht es meinen lieben Algen? Keine da, na wunderbar! Am Nachmittag kommt dann das jedesmal beglückende Eintauchen ins Wasser, es riecht so herrlich, nach Teich, Erde  und Pflanzen. Zahllose Libellen und Insekten umschwirren mich, ich treibe im Wasser und beobachte die vielen Vögel, die mehr und mehr ihre Scheu verlieren und auch in meiner Anwesen zum Trinken kommen. Natur ist einfach Natur und für mich der größte Luxus der Welt, unersetzbar durch was auch immer.

Eine Fortsetzung wird es noch geben, bevor das Abenteuer Portugal den Vorhang schließt,.....

Sonntag, 11. September 2016

Waldbrände in Portugal

Für mich war es ein ganz normaler Tag, der Plan war nach Guia  in den Baumarkt zu fahren, um endlich meine alten Gardenia Brausen (kaputt durch Verkalkung) durch neue zu ersetzen. Wie immer war dann auch ein netter Strandbesuch eingeplant, - wenn man nun schon 60km fährt, dann auch mal neue Strandkulisse, - Praia Donna Eulalia, mit super Fisch Restaurant!
Schon auf der Fahrt richtung Loule, dachte ich, - nanu, Wolken am Himmel????
Wetterbericht war, - wolkenlos, 34 Grad, Meer 25 Grad, - ???? mein schöner Strandbesuch wird doch nicht ins Wasser fallen?



Je länger ich Richtung Guia fuhr, desto düsterer wurde der Himmel! Langsam wurde mir klar, - es brennt! Als ich den Baumarkt erreichte, war ich mir gewiss, - schwarze Rauchschwaden stiegen hinter dem Baumarkt auf und verdüsterten den eigentlich tiefblauen Himmel.
Ich erledigte schnell meine Einkäufe, und fuhr weiter in die schöne Bucht, die ich vor Augen hatte.
Doch der lebhafte Westwind, trieb die schwarzen Wolken auch über diese Bucht. Gespenstig und gruselig zugleich, die einen Leute liegen am Strand, als ob das alles normal wäre, - die anderen laufen mit den Handies herum und fotographieren was das Zeug hält, - und dann gibt es noch diejenigen die schleunigst ihre Sachen zusammen packen um ihre vermeintlich sicheren Hotelburgen aufzusuchen.



Einen kurzen Schwimm im türkisen Meer konnte ich mir nicht verkneifen, doch der Apetit war mir restlos vergangen!  Eigentlich wollte ich nur mehr schnell nach Hause zu meinen Tieren, - die Angst von dem Waldbrand 2012 hinter meiner Farm sitzt anscheinend noch tief in den Knochen.
Theoretisch wusste ich zwar, dass der Brandherd in Monchice ca 100km von mir entfernt ist, - aber mit dem nötigen Rückenwind, fliegt das Feuer in windeseile über Kilometer hinweg, nach 3 Monaten Trockenheit und täglichen Temperaturen um die 40 Grad, brennt alles explosionsartig , wie Zunder.
Eine Stunde später erreichte ich heil die Farm, - alles in Ordnung, aber die Rauchwolken waren unsere treuen Begleiter. Auch hier war der Himmel verdüstert, - eine Nachbarin schrieb auf FB, "der Rauch zieht über uns, die Engel fliegen fort"


Die Sonne war tief orange hinter all den Rauchschleiern, sogar der aufgehende Neumond präsentierte sich in dunkelstem Orange, -eigentlich ein super Motiev für Fotografen, - doch meine Gedanken waren bei all den kleinen und großen Tieren die verzweifelt versuchten diesem Höllen Inferno zu entgehen. Zugleich dachte ich an die 800 Feuerwehrmänner die hier verzweifelt ihr Bestes taten.
Wir laufen bei diesen Temperaturen nur mit leichtem Leinenblüschen bekleidet herum, und dann siehst du die Bilder der Feuerwehrmänner, volle Montur, schwerer Anzug, Gesichtschutz und Helm, und dort wo diese Kerle arbeiten hat es wohl etwas mehr als die regional üblichen 38 Grad!!!
Zuhause suchte ich natürlich sofort im Internet nach weiteren Infos, - es war immer noch das Feuer von Monchice, hunderte Feuerwehrmänner im Einsatz, unterstützt von Russischen Flugzeugen, der Westwind trieb das Feuer bereits nach Portimao, - Hotels wurden evakuiert, usw., ..
Ich verfolgte die Geschichte weiter auf Facebook und da kamen so viele Komentare, - diese verdammten Brandstifter,..
Dan kamen noch Komentare, wie, immer diese Gier und der schnöde Mammon. ??????? Tausend Fragezeichen? Was konnte ein Mensch wohl für einen Vorteil davon haben, die Portugiesische Pampa abzufackeln? Ich kenne die hiesigen Baugesetze gut genug um zu wissen, dass abgebranntes Land kein Bauland wird , sondern weiter Terreno Rustica bleibt, - also wozu sollte das alles gut sein???
Ich begann vorsichtig Fragen zu stellen, - bekam auch reichlich Antwort,...
Ja Helga weißt du denn nicht???
Die Löschflugzeuge, sind private Unternehmen, der Portugiesische Staat zahlt pro Stunde Einsatz, 30 000.- Euro an diese Unternehmen! Ja Helga, denkst du, die löschen nur mit Wasser??? Dem Wasser werden Chemikalien beigesetzt,- da steckt eine ganze Industrie dahinter!
Ganz böse Zungen stellen auch die Vermutung auf, Portugal plant die Rechte für Freaking an der Küste zu vergeben, - das stößt natürlich auf wehementen Wiederstand der Bevölkerung, - rettet die Algarve, - rettet unsere saubere Küste! Doch nun hat die Portugiesische Regierung ein super Druckmittel, - die bekämpfung der Waldbrände kostet den Staat viele Millionen Euros, - wir brauchen neue Einnahmequellen, also lasst unsere Küsten durchrütteln auf das wir Öl finden und das Finanzsysthem weiter besteht.
Eigentlich unvorstellbar, das dies alles der Wahrheit entspricht! Die Tatsache, das es eine sogenannte "Löschindustrie" gibt, die von jedem Brand profitiert, die muss mein  Kopf erst einmal verdauen,..
Aber die Tatsache, das das Feuer in Monchice gleichzeitig auf einer Länge von 10 km Länge ausbrach, gibt schon sehr zu denken. Da verlieren Erklärungen, wie achtlos weggeworfene Zigarette oder Glasscherben, ihre Glaubwürdigkeit!
Ist die Menschheit wirklich so verrottet? - da siehst du Bilder von erschöpften Feuerwehrmännern, die sich einfach nur Mitten auf der Strasse nieder legen um neue Kraft zu tanken, - Bilder von verzweifelten, ganz einfachen Portugiesischen Menschen, die ein absolut bescheidenes Leben fristen, ohne Strom und sonstigem, sie müssen erschüttert zusehen wie ihr Feld, ihr Garten und ihre einzige Ziege, die sie mit Milch versorgt, den Flammen zum Opfer fällt.
Es ist einfach tot traurig, was bedeutet schon dieser Profit der "Löschindustrie" gegen all dieses Leid!
Ich verschone euch mit Bildern von den Orten wo es wirklich "heiß" her geht, Sende euch nur meine persönlichen Eindrücke,...
Einfach mal zum Nachdenken, - wohin wollen wir uns als Menschheit hin bewegen? In vollem Galopp auf den Abgrund zu? Oder würden wir es vielleicht vorziehen gemeinsam die Schönheit dieser Erde zu genießen?
Eines ist jedenfalls sicher, - wir haben die Wahl, wie immer auch wir uns entscheiden,..

Hier wie immer, - Fortsetzung folgt,..................

Dienstag, 6. September 2016

Der letzte Suma war sehr schean,... (Song von STS)

Für alle die nicht aus Österreich kommen, - der letzte Sommer war sehr schön, - I bin in irgendana Bucht do glegn, - Ich da in irgend einer Bucht gelegen, - die Sun wie Feia auf der Haut, - die Sonne wie Feuer auf der Haut,....
Ja und so war es wirklich, - ein Rekord Sommer in Portugal. Seit ich am 22. Juni von Österreich zurück an die Algarve kam, pendeln die Tagestemperaturen zwischen 30 und 40 Grad, - ich weiß schon gar nicht mehr wie sich 20 Grad anfühlen.
Wie überlebt man da? Also alles eine Sache der Einteilung, und ich musste selbst einmal lernen auch Ferien zu machen!
Die Pferde haben Pause, hängen dösend in den Stallungen, sind dankbar für die tägliche Massage mit Cocosöl, - das hält die Fliegen fern. Alles staubt, nur einige wenige Trabschritte lösen einen Sandsturm aus, - hat aber auch den Vorteil, das beide Pferde frei am Padock stehen und eine lauwarme Dusche mit dem Schlauch genießen.
Das Heu, machte mir auch große Sorgen, da ja mein lieber Lieferant aus dem Alentejo letzten Dezember verstorben ist. Ich habe aber ausfindig gemacht, wer diese Wiesen jetzt mäht, leider gibt es keine Kleinballen mehr, sondern nur mehr große Quaterballen.
Wie bekomme ich diese riesigen Dinger wohl in meine kleine Scheune? All die Jungs die hier herum hängen, hatten wenig Ambitionen, bei 35 Grad im Schatten 350kg schwere Ballen zu wuchten.
Aber wie immer kam von irgendwoher Hilfe, Billy, Sohn Deutscher Einwanderer und Student auf der Agraruni in Beja, kam mit seinem Tracktor. "Hey Billy, wie willst du denn das machen, die Betonstufe zu meiner Scheune ist 60cm hoch?" " Ach mein Tracktor, der ist stark, der hüpft da einfach rauf!"  Tja und der Tracktor ist tatsächlich "rauf gehüpft", - jetzt liegen wenigstens 12 Ballen sicher verstaut im Trockenen.
Gestern habe ich mit Wehmut, den letzten kleinen Ballen von Rogger aufgeschnitten, und heute den ersten Großballen geöffnet. Das neue Heu hat Qualität, doch mit den Mengen der Fütterung muß ich mich erst neu orientieren, - das Maß 3 Spalten für jeden, gilt ja jetzt nicht mehr!

Die Hunde habe ich bei dieser Hitze des Nächtens ausquartiert. Wärend des Tages liegen sie wie tot am kühlen Fliesenboden im Haus, - lediglich das Schnarchen von Liz unterbricht die Stille. Kaum wird es finster, erwachen die Lebensgeister, - ich öffne alle Fenster und Türen und die Hunde verschwinden in der Dunkelheit. Leider kehren sie doch manchmal ins Haus zurück, - am Morgen fehlt wieder ein Paar Schuhe, die zerbissenen Reste finde ich dann wie üblich am Reitplatz!
Richtig sauer war ich, als auch mein halbfertiges Strickzeug verschwunden war, - der Pullover hat es Gott sei Dank überlebt, aber das Garnkneuel war in tausend Fetzen, vermischt mit Sand und vielen Kletten.
In mühsamer Kleinarbeit konnte ich noch so viel Garn retten, um die Bündchen fertig zu stricken. Ich werde diesen Pullover immer mit besonderer Andacht tragen, denn nur ich weiß um seine Geschichte!

Dann gibt es noch den Garten, mit seinen überreichen Früchten, - ich weiß oft gar nicht wen ich noch beschenken soll. Momentan gibt es reiche Ernte von den Feigen Bäumen, 20 an der Zahl und jede Frucht schmeckt anders. Eine Freundinn holt sich wöchentlich einige Kisten und kocht Marmelade im Akord, trotzdem fällt das Meiste unverwendet zu Boden. Jetzt habe ich mal im Internet gestöbert, - bin fündig geworden, - koche Feigen Senf, - köstlich zu Ziegenkäse,- Feigen Chutney, mit rotem Zwiebel und Stern Anis, eingelegte Feigen, Sirup, Gewürze und ein Schuß Alkohol, - serviert mit einer Kugel Vanille Eis, - ebenfalls ein Genuß!

Aber natürlich gibt es auch menschliches zu berichten, ... meine Freundin Egle kam Anfang Juli von ihrem Unesco Job in Senegal zurück und wohnt seither im kleinen Gästehaus. Eigentlich wollten wir viel zusammen arbeiten, - doch bei dieser Hitze wurde es ein Sommer der Strandbesuche und der African Parties auf der Farm.
Zu viele durchgefeierte Nächte, zu wenig Schlaf, - aber es hat Spass gemacht und ich habe viele neue Menschen kennen gelernt.


Das bemerkenswerteste war wohl das Abenteuer mit Jaquil, Es gibt hier in Portugal eine Auffangstation für deutsche Sozialfälle, - Kinder mit denen man in Deutschland nicht mehr zurecht kommt, werden sozusagen zur "Reha" nach Portugal verfrachtet. Tanja, eine nette Frau aus Deutschland, ist die Organisatorin und sucht die richtigen Pflegefamilien. Doch Jaquil, wollte einfach keiner haben, also hat sie ihn behalten und sucht immer wieder einmal eine Tagesbetreuung für ihn.
So landete Jaquil auch für den einen oder anderen Tag hier auf der Farm. Ein Kind deutscher Eltern, aber rabenschwarz mit krausem Haar, 9 Jahre alt, hyper aktiev und super inteligent. Er spricht fließend 3 Sprachen, klaut wie ein Rabe und stellt in jeder unbeaufsichtigten Sekunde fürchterliches an.
Wenn ich ihm einen schönen Platz mit Tisch und Malsachen im Schatten schaffe, um nur kurz die Pferde zu versorgen, ist meine blütenweiße Hauswand binnen 5 Minuten mit einem bunten Graphity versehen. Gehen wir mittags in ein Restaurant essen, räumt er flugs alle benutzten Teller von den Tischen, - geht dann zum Kellner und verlangt 50 Cent für seine Arbeit. Mit diesen 50 Cent müssen wir dann unbedingt zum Aldi fahren, dort kauft er sich für 49 Cent ein Choko Croisant, mit dem er dann den Rücksitz von meinem Auto voll bröselt. Wenn ich dann meine, - Jaquil, iss dein Croisant zuhause, ansonsten bleibe ich stehen und du steigst aus dem Auto aus. Meint darauf Jaquil, - kein Problem, dann gehe ich zur GNR (polizei) und sage denen das du mich hier ausgesetzt hast!
Also um diesen cleveren Burschen braucht man sich wohl keine Sorgen zu machen, - er wird seinen Weg finden, wenn auch nicht immer auf sehr legale Weise!


So ist dieser chillige Sommer vorüber gezogen, mit vielen Parties, wunderbarem Schwimmen im Atlantik, - er hat heuer unglaubliche 27 Grad, - Lese Nachmittage im Haus, - das dank seiner Lehm Stein Wände immer noch kühle 24 Grad hat und verrückten Gästen, die bei 40 Grad im Schatten alte Ruinen besichtigen wollten.

In dieser Hitze hat meine neu errichtete Pergola, der Terasse den nötigen Schatten gespendet, - ich habe lange überlegt, wie ich es gestalten sollte, Schatten im Sommer, Sonne im Winter, - aber ich denke mit diesem "Vorhang" ist es gut gelungen. Wir hatten sogar ein "Sternschnuppen Fest", haben in einer besonderen Nacht den Vorhang zurück geschoben und konnten das wunderbare Schauspiel des Himmels beobachten.


Jetzt freue ich mich wirklich auf Herbst, den ersten wolkenbruchartigen Regen, auf die Arbeit mit den Pferden, - sie stehen schon in den Startlöchern und fragen wann geht es wieder los?

Wie immer, habe ich auch schon wieder ein neues Projekt im Kopf, der Bagger war schon hier auf der Farm, aber darüber berichte ich ein anderes mal,

wie immer, Fortsetzung folgt,........
auch wenn es manchmal Monate daurt.


Freitag, 25. September 2015

Meine Hellsichtigen Pferde

Ja, oder wie soll ich das beschreiben, - werde ich mehr hellsichtig, - oder hellfühlig, - oder senden mir meine Tiere immer klarere Botschaften?
Manchmal ist es schon sehr zum Lachen, was sich auf meiner kleinen Farm da alles so ereignet,...
Zuerst die Hunde, die ja wie immer wie verrückt zur bestimmten Stunde auf den Futterplatz stürmen und in der Regel gierig auf ihr Trockenfutter warten, - doch in den Tagen, da ich einfach nur DENKE, da steht noch ein Liter Milch im Kühlschrank, den keiner mehr braucht, - sitzen alle 3 erwartungsvoll vor ihren vollen Futterschüsseln, - kein Hund frißt, - dabei habe ich doch nur an die Milch gedacht!!!
Also gehe ich ergeben zurück zum Haus, hole die Milch, alle Hunde haben noch immer nicht gefressen,...dann gibt es Milch,- das große Geschmatze setzt ein und nächsten Tag, wenn keine Milch mehr im Kühlschrank wartet, fressen die Hunde ganz normal sofort ihr Trockenfutter.

Aber noch witziger ist es mit den Pferden,.. ich bringe Unico normal am Abend auf die Koppel, - er geht nicht zu seinem Heu, sondern bleibt erwartungsvoll am Tor stehen. Mhhh, was ist hier faul?
Das Heu ist grün, riecht gut, alles in Ordnung, doch Unico wendet den Blick nicht von mir. Also inspiziere ich , einer Intuition folgend noch die Tränke und siehe da, da liegt ein toter Vogel in dem Becken. Ich entferne das arme tote Tier, säubere die Tränke und Uniko wandert zufrieden zu seinem Heu und frisst, denn Durst hat er vorerst keinen, - er wollte mir nur irgendwie mitteilen, - Hallo du, da ist mit dem Wasser was nicht in Ordnung, falls ich dann später in der Nacht Durst bekomme.
Bitte woher wusste das Pferd, das ein toter Vogel in der Tränke liegt? Er war ja vorher nicht einmal bei der Tränke, die ist fast 100 Meter vom Futterplatz entfernt!

Doch es kommt noch lustiger,.. gerade hatte ich Gäste, wir arbeiteten an der Energetischen Behandlung von Pferden. Unter anderem zeigte ich vor, wie man die Aura eines Pferdes bereinigen kann, ohne das Pferd selbst zu berühren. Als "Übungspferd" diente uns Unico.
Anscheinend hat er diese Behandlung so sehr genossen, das er als die Gäste bereits wieder abgereist waren, stoisch in seinem Stall stehen blieb und keinerlei Anstalten machte, die Koppel und seine Heuration aufzusuchen.

Ich brachte Filho auf die Koppel, mistete den Stall aus, füllte neues Stroh auf, - Unico stand immer noch geduldig da und wartete,..
Schließlich begann ich dann seine Aura nochmals zu behandeln, - es dauerte einige Minuten, dann begann Unico zu kauen und zu gähnen und stapfte anschließend ganz gemütlich auf die Koppel um sich seinem Abendessen zuzuwenden.

Gott sei Dank, hat sich dieses Thema nach einigen Tagen erledigt, Unico geht wieder normal zu seinem abendlichen Heu, - offensichtlich ist alles in Ordnung.

Doch ich wäre nicht in Portugal, gäbe es nicht immer wieder neue Probleme!
Gleich in meinem ersten Jahr hier, gab es unendliche Probleme mit dem Heu, .. der Winter war extrem trocken, das Futter wurde knapp und selbst schimmelndes Heu wurde zu Wahnsinspreisen verkauft. Eine schlimme Zeit, die ich nicht nochmals erleben möchte.
Doch ich suchte tapfer weiter und fand schließlich Roger, ein Engländer der im Alentejo wunderbares Heu erntet. Die Preise sind zwar ein Wahnsinn, doch die Pferde sind es mir wert. So hatte ich die letzten 3 Jahre keinerlei Sorgen, Roger wusste wieviel Heu ich im Jahr brauche und er lieferte immer pünktlich auf Abruf die beste Qualität.

Letzten Juli war ich sehr erschrocken, als Roger mit seinem LKW vorfuhr, - ein klapperdürrer Mann stieg aus, ein Schatten seiner selbst, - Roger hatte Krebs und gerade eine Chemo hinter sich.
Unverdrossen summte er ein Lied, ich betrachtete sein Gesicht, es sah aus wie das Gesicht eines kleinen Kindes, - ich dachte nur, oh mein Gott, der ist schon mehr drüben als herüben.
Doch Roger schien sehr zuversichtlich und meinte nur, ruf an, wenn du die nächste Lieferung brauchst.
Jetzt Ende September war es wieder soweit, - irgendwie hatte ich es im Bauchgefühl, das dieser Anruf wohl vergeblich wäre, - aber ja natürlich, ich rief trotzdem an.
Roger nahm auch ab, -- ah Helga, I am again for Chemo, .. ich hoffe du findest jemanden der dir für zumindest einen Monat Heu liefern kann.
Ich hoffe sehr das dieser einst so starke Mann wieder zu Kräften kommt, - aber man muß schon an Wunder glauben, das man sich dies vorstellen kann, - tausend Engel seien mit dir Roger, - aber nun stehe ich ohne Heu da!

Also bemühe ich den örtlichen Heu Liferanten, - seine Qualität ist dieses Jahr nicht schlecht, doch er hat nur riesige Ballen mit 350 kg, also kann ich nur jeweils 2 bestellen, denn wie sollte ich diese riesigen schweren Dinger weiter in meinen Heuschuppen nach hinten schieben. Erst wollte er mit 2 Ballen gar nicht kommen, doch als ich ihm eine extra Bezahlung für den Sprit zusicherte, hieß es doch Dienstag oder Mittwoch.
Ich saß zuhause und wartete, natürlich kam kein Heu, - die Nerven liegen blank, - ich kann doch meine Pferde nicht ausschließlich mit Stroh und Hafer ernähren?
Zig Anrufe, hin und her, - wer kann helfen, wer kann mir kurzfristig einige Ballen Heu borgen, der Heuhändler hebt mitlerweilen sein Telefon gar nicht mehr ab, denkt wohl, diese verrückte Ausländerin kann mich mal!!
Für heute Abend hatte ich nur mehr einen einzigen Ballen Heu als Reserve, da erhielt ich einen Anruf,- in Loule kannst du bei Jorge Mendes Heulage in Folie kaufen.
Also auf nach Loule, die Heulage kommt aus England, - sehr Ökonomisch!, ist reines Raygras und kostet pro Paket mit 12 kg, 15.- Euro.
Aber gut, - was soll es, ich kann ja meine Pferde nicht verhungern lassen. Also kaufe ich einige Pakete, fahre dann nochmals zum Heuhändler, - wie durch ein Wunder, treffe ich ihn auch zuhause an und er verspricht mir, morgen die 2 bestellten Großballen zu liefern.
Also optimistisch zurück nach Hause, Pferde Hafer füttern, restliches Heu auf die Koppel, Pferde auf die Koppel bringen, dann fahre ich mit der Scheibtruhe zum Auto um die Luxus Folien Heuballen zu entladen, damit die Pferde morgen ein Frühstück haben.
Ich schneide das erste Ding auf und streue eine Portion in die jeweilige Box, sofort ist Gewiehere und Gebrummel auf der Koppel!
Weder Unico noch Filho fressen ihr Heu auf der Koppel, - sie sausen am Zaun entlang, das es nur so staubt, - anscheinend ist in Plastik Folie eingeschweißtes Raygras aus England ihr absolutes Lieblingsfutter, obwohl beide dieses Futter noch nie im Leben gefressen haben.

Ich gehe zurück zum Haus, das fordernde und entrüstete Wiehern beider Pferde begleitet mich, - sorry Jungs, das neue Futter gibt es erst zum Frühstück, und damit eines gleich klar ist, Raygras aus England, kann ich mir auf Dauer nicht leisten, - so Gott will, kommt morgen wieder gutes Heu aus dem Alentejo, damit müssen wir zufrieden sein und wenn Raygras wirklich euer non plus ultra  Futter ist, verspreche ich das es zu Weihnachten eine weitere Portion gibt.

Dann war Ruhe auf der Koppel, beide Pferde gingen zu ihren Heu Plätzen und es war nur mehr friedliches Kauen und Schnauben hörbar.

Also was läuft da ab? Beobachtet eure Tiere, ich denke es ist unglaublich was sie alles wissen und ahnen, wir müssen nur selbst ein wenig Gespühr dafür entwickeln und ganz neue Welten stehen uns offen.
Wie oft denken wir, unsere Tiere sind minder bemittelte Wesen, aber vielleicht sind es gerade wir, denen der Durchblick fehlt und unsere Tiere besitzen wesentlich mehr Weisheit als wir.
Ein ziemlich fataler Fehler für uns, manchmal so hochnäsigen Menschen,..

Fortsetzung folgt,....................

Dienstag, 9. Juni 2015

Hunde auf Abwegen

Ehemalige Straßenhunde, gehen immer mal gerne auf "Tour" und so ist auch mein Cid hin und wieder abgehauen, um dann nach einigen Stunden, erschöpft aber glücklich wieder nach Hause zu kommen.
Ich hätte ihm ja seine gelegentlichen Ausflüge von Herzen gegönnt, würden da nicht in Portugal etliche Gefahren lauern.
Das eine ist, das immer wieder Giftköder ausgelegt werden, an denen die Hunde, wie mir erzählt wurde, erst nach stundenlangem fürchterlichen Leiden eingehen und natürlich gibt es hier obwohl verboten, einige Jäger die Fallen aufstellen. Manche Hunde beißen sich das Bein durch, einige wurden so gefunden, andere verhungern und verdursten jämmerlich in den Fallen.
Das ist natürlich nicht gerade das Highlight, das man sich für seinen Hund wünscht.
Ich lebte in der Hoffnung, das mein Cid, wenn er erst einmal Hundedamen hier auf der Farm hat, die Streunerei aufgeben würde, - dem ist leider nicht so!
Meine zwei Ladies Fee und Liz, bleiben zwar gerne auf der Farm, doch Cid ist ihr Prinz und sie laufen ihm Bedingungslos hinterher.
Mit Liz habe ich das Glück, das sie fahrende Autos so fürchtet, das sie sofort wieder umkehrt um in den sicheren Hafen der Farm Zuflucht zu suchen.
Fee hingegen ist ein erfahrener Straßenhund und folgt Cid auf Schritt und Tritt.
Letzten Dienstag ist etwas ganz ungewöhnliches passiert, ..... Mein Auto macht schon längere Zeit Probleme, war schon in 3 Werkstätten, doch man konnte die Ursache nicht finden, da das Auto erst nach längerer Fahrt plötzlich zu stottern anfing. An besagtem Tag trat das Problem wieder auf und ich fuhr sofort in die Werkstätte um es nun dem Mechaniker in Natura vorzuführen. Er hatte spontan auch keine Idee, was die Ursache sein könnte, - meinte nur das ist ein "verrücktes Auto", lassen sie es mal hier, ich muss weitere Tests machen.
Freunde brachten mich nach Hause und oh Schreck, Cid und Fee waren weg, es empfing mich nur eine unglücklich jaulende Liz, - sie ist ja erst 8 Monate alt und war noch nie alleine zuhause.
Komisch in all den Jahren ist Cid noch nie weg gelaufen, wenn ich nicht zuhause war. Er erhält von mir immer den Auftrag Haus und Pferde zu hüten solange ich weg bin und das hatt auch immer geklappt.
Nun alles hat eine Premiere und ich dachte in einigen Stunden werden die Hunde wohl wieder zurück sein. Doch es wurde Abend, Fütterungszeit für die Hunde, doch immer noch keine Ausreißer in Sicht.
Liz war so traurig das sie nichts essen wollte, und spät Abends öffnete ich alle Türen der Farm und des Hauses und ging mit Liz schlafen, - morgen früh sind sicher beide Hunde zurück,...
Nächsten Morgen sprang ich erwartungsvoll aus dem Bett, doch die Enttäuschung war groß, die Hunde waren nicht zurück!
Das hat es in all den Jahren noch nie gegeben, - Cid über 24 Stunden on Tour!
Ich saß ziemlich hoffnungslos auf der Farm, kein Auto, wo sollte ich suchen oder Rufen, es gibt hier unendlich viel "Niemandsland", weglos und undurchdringlich mit Büschen und Stechginster verwachsen,....Freunde anrufen,- auf Facebook posten,- mühsam mit dem Fahrrad einige Wege abfahren, - eigentlich konnte ich nur bangen, hoffen und warten.
Immer wenn das Telefon läutete sprang ich hoffnungsvoll auf, - die Hunde hatten ja Halsbänder mit meiner Telefonnummer, doch es waren immer nur Bekannte, die sich erkundigen wollten ob die Hunde schon zurück sind.
Ich versuchte mich mit Arbeit abzulenken, die Autogeschichte zog sich auch in die Länge, - irgend ein Elektronik Teil war kaputt, in Portugal nicht aufzutreiben, man musste es in Spanien bestellen, doch in Spanien war gerade ein Feiertag.
Ich versuchte in mich hinein zu spüren, - geht es den Hunden gut?... werden sie gesund wieder nach Hause kommen?
Irgendwie sagte mir mein Bauchgefühl, - sie kommen erst nach 4 Tagen am Freitag zurück, am Abend, wenn ich mit meiner Freundinn im Theater bin!
Mein Verstand hat sich natürlich mit seiner Logik gegen diese Intuition gewehrt, - doch ich sagte mir täglich, - bleib ruhig, warte auf Freitag.
Es wurde Freitag Abend, ich getraute mich nicht die Einladung meiner Freundin abzusagen, - es wäre ja auch eine verrückte Erklärung, - sorry ich kann heute nicht mitkommen, meine innere Stimme sagt, die Hunde kommen heute zurück.
Also duschen, chick anziehen, schminken, startklar,.. auf dem Weg zum Tor, wo meine Freundin schon wartete, läutete das Telefon. Hallo? Eine Portugiesin meldete sich,- ja da sind 2 Hunde vor meinem Tor, ich habe die Marke mit der Telefonnummer gesehen, - sind das ihre?
Ja das sind meine, Gott sei Dank, ich komme gleich, wo wohnen sie, sind die Hunde Ok, bitte halten sie den Rüden fest, die Hündinn ist scheu, aber sie wird bei dem Rüden bleiben, - ich komme, ich komme,..
Lea, sorry, sorry, du musst alleine ins Theater, die Hunde sind gefunden,... Adrian anrufen, die Hunde sind gefunden, kannst du mich bitte fahren?
Adrian ließ alles liegen und stehen und kam wie der Blitz. Wir mussten Richtung Moncarapocho und noch weiter, die Hunde waren über 30km gelaufen und hatten wie und wo auch immer sogar die Autobahn überquert.
Endlich fanden wir das Grundstück, mitten in der Pampa, am Ende der Welt.
Das Einfahrtstor wurde geöffnet, freundliche Menschen, - doch die bittere Enttäuschung, - die Hunde waren bereits wieder weiter gezogen. Man hatte ihnen Wasser und Kekse gefüttert, das Grundstück war nur an 3 Seiten eingezäunt, Richtung Berge, gab es keinen Zaun, da nur undurchdringliche Wildnis, - für die Hunde anscheinend nicht!
Ich rief und lockte, .. kein Laut war zu hören, die Hunde hatten sich in der endlosen Landschaft ins Nichts aufgelöst.
Nach einer Stunde gaben wir das Warten auf und fuhren sehr bedrückt wieder nach Hause. Die nette Portugiesische Familie hatte versprochen die Augen offen zu halten und sofort wieder anzurufen, falls die Hunde nochmals in Sichtweite wären.
Was war jetzt dran an meinem Bauchgefühl? Der Tage hatte gestimmt, sogar die Zeit, - die Zeit wärend ich im Theater sein sollte, - doch das half mir alles nichts, meine Hunde waren noch immer in der Pampa verschollen.
Bei der Suche bin ich dort etwas im Gelände herum geklettert, eigentlich eine tolle Landschaft, Steine mit tiefen Rinnen, Löchern und Spalten, die tief ins Innere der Erde führen. Doch der nächste Gedanke war, wenn da jemand hineinfällt, egal ob Mensch oder Tier, - der ist einfach fort und wird nie mehr gefunden,...
So wanderte ich verzweifelt in meinem Garten auf und ab, Liz folgte mir mit eingezogenem Schwanz, hatte ich ihr doch versprochen, ich fahre nur ganz kurz weg und werde mit Cid und Fee zurück kommen.
Plötzlich um 23h30 läutete das Telefon wieder, - die Hunde sind wieder da,- Ok, ich komme, - Adrian anrufen, - die Hunde sind zurück, bitte kannst du mich nochmals fahren?
In halsbrecherischer Fahrt ging es wieder Richtung Moncarapacho und diesmal waren die Hunde wirklich da, - Cid frisch und fröhlich, Fee konnte fast nicht mehr laufen, da sie Probleme mit ihrer Hüfte hat.
Schließlich waren beide Hunde sicher verladen, tausend Dankeschön an die nette Portugiesische Familie und ab ging es nach Hause.
Endlich beruhigt ins Bett gehen und einschlafen? - Irrtum!
Liz die die ganze Zeit nur wie ein Trauerkloß herum gelegen ist, sprudelte nun über vor Freude.
Die zwei Ausreißer wollten hingegen nur eines, - weiches Hundebett und schlafen.
So wurde es eine weitere schlaflose Nacht für mich, .. Liz, - geh Platz, schlaf und gib endlich Ruhe.
Außer das beide Hunde die nächsten Tage nur mit Schlafen, Trinken und Fressen verbrachten, ging es ihnen gut. Dank einiger Homöopathischen Mittel, lief Fee auch bald wieder ohne Beschwerden über die Farm.
Fazit der ganzen Geschichte, - Ich darf meinem Bauchgefühl vertrauen, - aber ich bin nicht geschaffen für solch emotionalen Achterbahnen, - also wird jetzt ein großes Gehege für die Hunde gebaut. Sorry Dogs, - wenn ihr ohne Bedenken 4 Tage in der Pampa übernachten könnt, dann müsst ihr nicht unbedingt auf meinen Sofas im Haus schlafen, - das Holzhaus wird für euch auch OK sein, dazu bekommt ihr 2000 m2 eingezäunt, ....






Das Trio ist wieder vereint!


Fortsetzung folgt,...............

Samstag, 18. April 2015

Der Vierbeinige Kindergarten

Ach wie war es friedlich auf meiner Farm, - Cid der Hund endlich gut erzogen und best friend from Anny der Katze.
Doch Cid war einsam, hatte keine gleichgesinnten Freunde und ich habe immer wieder überlegt einen weiteren , sehr, sehr kleinen Hund, in mein Haus zu nehmen. Mein Haus ist winzig klein und ich konnte mir bei Gott nicht vorstellen, einen weiteren großen Hund im Haus zu haben. All der Dreck, wenn es regnet müssen 4 Pfoten von rotem Schlamm gereinigt werden, ganz zu schweigen von den Hundehaaren, die überall herum fliegen.
Doch das Leben spielt manchmal schon sehr verrückt und so habe ich jetzt 3 riesige Hunde im Haus, plus den Kater Emil.
Dem noch nicht genug, Liz, Fee und Emil sind junge Tiere, ohne jede Erziehung und mit allen unmöglichen, nervigen Eigenschaften junger Tiere behaftet.
Ja auch Cid war jung, stellte unheimlich viel an, kein Paar Schuhe war sicher, er klaute die Jause der Arbeiter, verschleppte jedes Werkzeug, - doch Cid und ich lebten damals beide in einer sehr unzuvilisierten Welt. Es gab keine Blumenbeete, keinen Gemüsegarten, kein Haus mit Teppichen und Polstern.
Nun ist alles anders, - die Blumenbeete sind perfekt, Cid weiß, dieser Bereich ist tabu, ebenso wie der Gemüsegarten, die Schuhe gehören mir und ebenso Teppich, Polster und Betten.
Mein "Kindergarten" ist da anderer Meinung!
So liebevoll hab ich Karotten und Salat gepflanzt, freute mich, als die Samen aufgingeng, winzig klein, doch sehr Erfolg versprechend.
Doch Fee und Liz befanden, - super lockere Erde zum durchwühlen, - come on, lets do it!
Das war dann das Ende vom Gemüsegarten, - doch da gibt es noch so viel auf diesem Abenteurspielplatz, - Fee ist der Meinung, - "ein Bett im Kornfeld"- ist wohl das Größte!
Also kuschelt man sich in das Beet mit den Schwertlilien,- wenn die dann platt liegen, gibt es immer noch die herrlichen Margaritten Büsche, da kann man sich herrlich wälzen. Fals sie auch hier verjagt wird, macht es auch super Spass die Pferde zu verbellen, wenn man lange genug um sie herum springt und sie dann noch in die Schweifhaare beißt, dann hüpfen diese großen Tiere auf einmal so lustig herum, einfach ein herrlicher Spaß!
Dann gibt es da noch den kleinen Kater Emil. Man nimmt einfach seinen Kopf ins Maul und trägt das schreiende weiße Bündel über die Farm. Oder ganz super, die Wasserleitungen, die den Garten bewässern, - man muss nur lange genug daran kauen und schon hat man einen wunderbaren neuen Springbrunnen erschaffen.
Ja und in der Nacht voll bellen, fals da draußen mal ein ungewöhnliches Geräusch ist, das ist wohl obligatorisch, - schließlich sind wir alle Wachhunde, man kann die Türen selbst öffnen, falls erforderlich, das Haus ist dann zwar in der Früh eiskalt, - aber das stört uns Hunde eigentlich nicht, - wir haben ja Fell.
Leider gibt es da noch eine Helga, - eine sehr unangenehme Person! Die rennt laufend herum und schreit mit uns! Gehst du da jetzt aus dem Blumenbeet, - Liz, lass sofort den Emil loß!, -Fee hör sofort auf den Unico zu verbellen, - Emil, du verrückter Kater, spring nicht immer den Hunden auf den Kopf, Liz, das sind meine Schuhe, Cid, du alter Trottel, du sollst nicht alle Spiele der Youngsters mitspielen, sei doch vernünftig, du bist erwachsen und kennst die Spielregeln auf der Farm.
Ja und gerade während ich diesen Blog in den Laptop tippe, drehe ich mich um und sehe Cid gemütlich auf meinem Sofa liegen, während Liz genüßlich meine neuen Sommerschuhe zerlegt, 10 Minuten nicht aufgepasst und schon ist es passiert!

Manchmal denke ich ich werde jetzt wirklich verrückt mit diesem vierbeinigen Kindergarten, - doch dann erlebe ich wie sich Liz hilfesuchend in mein Bett schleicht, wenn sie Angst hat, Fee, dieser ohnehin so scheue Hund, jämmerlich jault, falls sie nicht ins Haus darf und Emil schnurrend auf meinen Schoß springt damit ich ihm sein, von den Hunden zerknautschtes Fell, wieder glatt streiche.
Anny die schwarze Katze, macht sich ohnehin rar, sie wird von den Hunden gejagt, weit entfernt davon der beste Freund von Cid zu sein!

Eines fernen Tages wird hoffentlich mein tierischer "Kindergarten" erwachsen sein. Immer wenn ich ein neues "Unglück" auf der Farm sehe, neue zerstörte Dinge, sage ich mir, - Helga genieße diese Zeit! Liz mit ihrer Tolpatschigkeit und ihren riesigen Pfoten, Die unglückliche Fee, mit ihren verzweifelten Versuchen, endlich wie ein freier Hund zu leben, Emil der verrückte Kater, der kämpft und spielt und Cid, der die Spiele seiner versäumten Jugend nachholt,- irgendwann werden sie alle erwachsen werden und träge und faul auf der Farm herum liegen.
Ich weiß genau, dann werde ich mich mit Freude und auch etwas Wehmut an die Tage zurück erinnern, als meine Tiere noch der verrückte Kindergarten waren, - furchtbar nervig und doch auch sooo liebenswert, und so viele Anlässe um herzlich zu Lachen.
All dies wird bald nur mehr "Erinnerung" sein, also versuche ich den Moment und das Jetzt zu genießen, auch



wenn es manchmal etwas Nerven kostet!

Fortsetzung folgt,....

Dienstag, 17. März 2015

Alles hat 2 Seiten

Die Ria Formosa ist ein Feuchtgebiet, das im Sechzehnten Jahrhundert durch eine Tsunami entstanden ist, Dieses Gebiet bietet unmengen seltener Vögeln Zuflucht, im klaren Wasser kann man tausende Seepferdchen bewundern und die Austernbänke gedeihen prächtig und liefern reiche Erträge.
Der Ria Formosa sind weite Sandinseln vorgelagert, Ilha Deserta, Culatra und Armoa.
Ich liebe es, diese endlos weiten Strände aufzusuchen, - kein Mensch weit und breit, selbst in der Hochsaison findet man hier einsame Plätze, - die Ria Formoso ist so endlos weit,...und es gibt hier Karibisches Feeling, - türkieses Meer, glasklar, und menschenleere schneeweiße Strände.
So ist es auch wunderbar das die Ria Formosa zum UNESCO Kultur Erbe zählt und geschütz wird.
Doch auf diesen kleinen Sandbänken leben Menschen, - seit vielen Generationen. Ganz einfache Menschen, oft in erbärmlichen Hütten, man kennt es nicht anders, -



Hier stand einmal ein Haus, Heim für Opa und Oma, Mama und Papa, die Katze und den Hund,...


Verzweifellte Tiere suchen ihr altes Heim, den Menschen geht es nicht anders.






man wurde hier geboren, ist mit den Inseln und dem Meer aufgewachsen, so wie schon der Großvater.
Es ist ein hartes Leben, man gräbt im, oft eiskalten Wasser, nach Muscheln, um diese dann für lächerlich wenig Geld am Festland zu verkaufen,.. aber es sind kleine Gemeinschaften, die fest zusammen halten und sich in der Not immer zur Seite stehen.
Nun hat die Portugiesische Regierung beschlossen, die Ilhas (die Inseln) wieder ihrer Natur zurück zu führen. Man will dem Welt Kultur Erbe gerecht werden, und die Ilhas als riesiges Biotop erhalten.
Als Öko Freak sollte man nun jubeln, - super, alles wird wieder Natur pur, so wie es sich eigentlich gehört.
Doch schon im Sommer hörte ich von den Erzählungen diverser Portugiesen, welche Dramen sich damit abspielen. So viele Menschen müssen ihre Heimat aufgeben, den Lebensraum den bereits ihre Großeltern bewohnten.
Es sind einfache ungebildete Menschen, die nun fassungslos zusehen müssen, wie ihre ärmlichen Behausungen  platt gewalzt werden, - sie haben keine Zukunft, keine Perspektieven.
Vor einigen Wochen war mir gerade mal wieder nach Strand und Meer, also fuhr ich auf die Ilha Faro um den Kopf etwas auszulüften.
Ich kam sehr traurig zurück.
Ich wurde Augenzeuge, ob all dieses Elends, es ist unbeschreiblich, - diese Bruchbuden , - und trotzdem ein Zuhause für die Menschen. Ich sah Menschen still und weinend dastehen, - sie mussten beobachten wie der Bagger ihr Leben zerstörte.
Ja, es wird wieder unberührte Natur sein, ohne Müll und Dreck, - aber wo bleiben diese Menschen?
Selbst die Katzen liefen miauend und verzweifelt durch die Gegend, - wo ist nun mein Zuhause?
So hat jedes Ding zwei Seiten,- Renaturierung,.-sehr Öko,- aber der Rest ist Menschen unwürdig!
Ich hänge euch nun ganz viele Fotos an, - hatte nur das Handy dabei, aber irgendwie konnte ich nicht aufhören dieses Drama zu fotografieren! Selbst als mich ein Baggerfahrer darauf hinwies das es verboten ist hier zu fotografieren, lachte ich ihn nur aus und fragte wo steht hier ein Schild???
Ich bin Österreichischer Tourist und fotografiere das was ich will!

Der ganze Schutt wird fein säuberlich auf Container verladen und zum Festland transportiert, - die Menschen selbst, samt ihren Tieren, bleiben sich selbst überlassen, - weiß Gott wo sie in Zukunft wohnen werden, - schließlich hatten sie ja keine Staatlich genehmigte Baubewilligung für ihre Hütten, selbst wenn bereits der Urgroßvater diese Hütte gebaut hatte!
Doch was weiß der Urgroßvater von staatlichen Bestimmungen und was weiß der Staat von Menschen und ihrem Schicksal?

Fortsetzung folgt,.....................